Die Geschichte der Omas gegen Rechts
Soziale Bewegungen, die sich gegen rassistische und faschistische Ideen wenden, sind schon so alt wie der Faschismus selbst, es gibt sie seit über 100 Jahren. Besondere Aufmerksamkeit und größeren Zulauf erhielten sie aber nach der Wiedervereinigung 1990 als Folge einer ganzen Reihe von ausländerfeindlichen Anschlägen in Solingen, Rostock und Mölln. Dennoch wurden rechte Gewalttaten, wie der Anschlag auf das Oktoberfest 1980, in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sehr lange Zeit verharmlost oder – wie im Fall des NSU – verkannt und rechtsnationale Parteien wurden nicht als echte Gefahr für die Demokratie erkannt. Das ist heute anders.
Was von einigen Politikern in den ostdeutschen Bundesländern gefordert wird, war in Österreich bereits 2017 Realität: Die konservative ÖVP koalierte mit der rechtsextremen FPÖ. Sebastian Kurz wurde Kanzler, Heinz-Christian Strache (den 2021 die Ibiza-Affäre zu Fall brachte) sein Vize.
Das rechte Bündnis beunruhigte die Theologin und Psychotherapeutin Monika Salzer und so gründete sie noch im selben Jahr auf Facebook eine Initiative engagierter Frauen und nannte sie OMAS GEGEN RECHTS. Sie hatte dabei bewusst jene Frauen im Auge, die nicht mehr in Beruf und Kindererziehung eingespannt sind, die aber auch politisch oft kaum in Erscheinung traten und forderte sie auf, sich aktiv an den aktuellen Diskussionen zu beteiligen und öffentlich sichtbar zu werden. Dieser Weckruf wurde gehört, nicht nur in Österreich, sondern im ganzen deutschsprachigen Raum. Bereits wenige Monate später fanden sich Anna Ohnweiler aus Nagold und Gerda Smorra aus Bremen zusammen und gründeten den deutschen Ableger des österreichischen Vorbilds, den Verein „Omas gegen Rechts Deutschland e.V.“.
Die über 30.000 Omas und Opas setzten sich in Deutschland ein für Demokratie und Toleranz, sie kämpfen gegen Hass, Hetze, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie. Sie unterstützen die Ideen der Fridays for Future Bewegung und sind eng vernetzt mit anderen Gruppen und Initiativen, die diese Ziele vertreten.
Neben dem Verein gibt ein loses Bündnis aus mittlerweile über 200 Ortsgruppen, bei dem jeder und jede mitmachen kann, unabhängig von seinem/ihrem Alter oder Geschlecht. Die Omas finanzieren sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden, einzelne Projekte wurden auch von dem Bundesprogramm Demokratie leben! unterstützt, nicht aber der Verein als solcher.
