Geschichte der Omas gegen Rechts in Erlangen

Unsere Gruppe in Erlangen hat sich im Februar 2024 gegründet.

Schon lange hatten viele von uns die politische Entwicklung und das Erstarken der AfD mit Sorge beobachtet.

Im November 2023 fand dann in Potsdam ein Treffen statt, an dem hochrangige AfD-Politiker, Neonazis und finanzstarke Unternehmer teilnahmen. Dort wurden Pläne für die Remigration von Geflüchteten, migrantischen Mitbürgern und sogar deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund geschmiedet. Nach einem Bericht der Rechercheplattform Correctiv über dieses Treffen, war das Entsetzen in weiten Teilen der Bevölkerung groß.

So dauerte es nicht lange, bis sich im Februar 2024 unsere Regionalgruppe gründete. Bereits bei unserem Gründungstreffen kamen ca. 25 Omas und Opas zusammen. Mittlerweile sind wir ca. 130 besorgte Bürger*innen, die sich nach ihren persönlichen Möglichkeiten engagieren können, aber nicht müssen, denn alles ist freiwillig. Die Omas gegen Rechts sind aus Erlangen nicht mehr wegzudenken und, wie unsere Gründungsoma Susi immer sagt, „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Schnell waren wir mit gleichgesinnten Bewegungen und Netzwerken in Kontakt und sind bis heute gut vernetzt. Bei Demonstrationen oder Kundgebungen für die Demokratie und gegen den Rechtsruck sind wir Omas durch das Tragen der Oma-Westen und -Schilder gut erkennenbar. Oft beteiligen wir uns auch mit Redebeiträgen.

Wir engagieren uns u.a. bei Aktion Courage, dem Bündnis Förderprogramm Demokratie Leben, dem Bündnis der Erlanger Erklärung, bei Make your town queer e.V. (z.B. dem jährlichen Cristopher Street Day und den davor stattfindenden Pride Weeks) sowie auch bei der Antifaschistischen Jugend im Zentrum Wiesengrund Erlangen (ZeWi). Die bundesweite Initiative AfD-Verbot JETZT konnten wir über ein Jahr lang durch das Sammeln von Unterschriften für eine Petition an den Bayerischen Landtag unterstützen. Wir beziehen auch klar Stellung zu politischen Themen – sowohl auf kommunaler als auch auf landes- und bundespolitischer Ebene – unter anderem durch das Verfassen von Leserbriefen aber auch durch Schreiben an die jeweiligen Landtags- und Bundestagsabgeordneten zu konkreten Themen.

Wöchentlich stehen wir am Freitagnachmittag mit einem Infostand auf dem Hugenottenplatz, um mit Passanten ins Gespräch zu kommen, um für den Schutz, den Erhalt und der Weiterentwicklung unserer Demokratie Position zu beziehen. Oft bedanken sich die Passanten aus ganzem Herzen für unser Engagement. Seltener, aber auch das kommt vor, müssen sich unsere Omas gegen Beschimpfungen und Anfeindungen wehren.

Alle Materialien, Flyer, Fahrtkosten und Banner finanzieren wir aus unseren eigenen Reihen und Spenden. Wir erhalten keine „Erstattungen aus Steuergeldern für die Förderung bestimmter Vereine oder Verbände“. Wir erhalten auch keine Gehälter. Wir arbeiten zu 100% ehrenamtlich.

Es gibt so viel zu tun. Unsere Demokratie ist gefährdet.
Deshalb bitten wir alle Demokrat*innen aufzustehen, um für ihre Überzeugungen einzustehen.